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09.02.2026

Erfolg braucht Struktur, Marke – und Mut

Erfolg braucht Struktur, Marke – und Mut

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Erfolgsfaktoren für Medical Fitness 2026

Um neue Zielgruppen zu erschließen, positioniert sich ein Teil der Fitness-Studios und Physiotherapiepraxen als Gesundheitsanbieter im Bereich Medical Fitness. Welche Faktoren sind in diesem Bereich erfolgsversprechend? Ein Gespräch mit Malik Arrendell, Projektleiter Medical Fitness Business bei ACISO, über digitale Prozesse, Verkaufsschwächen und die Chancen im Patientenpotenzial.

Herr Arrendell, was braucht ein Medical-Fitness-Studio im Jahr 2026, um erfolgreich zu sein?

Medical Fitness braucht heute mehr als nur ein gutes therapeutisches Konzept. Erfolg entsteht, wenn ich die Brücke schlage zwischen Behandlung und unternehmerischer Strategie. Dazu gehören eine klare Positionierung, geschulte Teams, digitale Unterstützung, moderne Hardware, automatisierte Vertriebsprozesse und eine durchdachte Marketingstrategie, die meine Angebote sichtbar und begehrlich macht. Die, die heute investieren, werden 2026 den Unterschied machen.

Was bedeutet das konkret?

Ich muss mir als Betreiber und Therapeut die Frage stellen: Bin ich sichtbar als Marke? Habe ich Prozesse, die mein Team entlasten und gleichzeitig Umsatz bringen? Nutze ich das Potenzial, das täglich durch meine Tür kommt, also meine Patienten? Viele Medical-Fitness-Anbieter lassen genau da wertvolle Chancen liegen. Und das beginnt bei den eigenen Mitarbeitenden: Therapeuten sind in der Regel nicht geschult im Verkauf, was völlig nachvollziehbar ist. Aber dann darf ich sie auch nicht allein lassen, wenn es darum geht, Patienten in längerfristige Trainingsprogramme zu überführen.

Woran scheitert dieser Transfer vom Patienten zum Kunden?

In vielen Fällen fehlt es schlicht an Struktur. Es gibt häufig keinen definierten Moment, an dem ein Patient auf das weiterführende Angebot angesprochen wird. Es gibt keine Tools oder Medien, die unterstützen, und oft kein klares Rollen verständnis, wer diesen Prozess begleiten soll. Was ich brauche, ist ein System, das z.B. so aussieht:

  • ❯Frühzeitige Information, etwa durch Flyer, kleine Videos oder Info-Terminals,
  • ❯Einbindung von digitalen Tools wie WhatsApp-Automation oder E-Mail-Sequenzen,
  • ❯Ein strukturiertes Beratungsgespräch während der Therapiephase,
  • ❯Ein motivierender Abschluss mit klarer Übergabe in den Trainingsbereich.

Können Therapeuten das umsetzen?

Dabei ist es nicht zwingend nötig, Sportwissenschaftler oder Fitnessökonomen einzusetzen. Es kann auch sehr gut mit therapeutischem Personal funktionieren, das eine Fitness affinität mitbringt. Wichtig ist nur: Das Team muss geschult und befähigt sein, diesen Schritt zu begleiten. Wenn das intern nicht darstellbar ist, kann es sinnvoll sein, eine Übergangsrolle im Team zu schaffen, eine Art „Bindeglied“, das gezielt für den Patienten-Kunden-Transfer zuständig ist. Wie das aussieht, ist individuell. Entscheidend ist, dass es überhaupt einen strukturierten Übergang gibt.

Aber ist es nicht auch schwierig, überhaupt an neue Kunden zu kommen?

Das stimmt, und genau deshalb muss ich das Potenzial meiner Patienten maximal ausschöpfen. Sie kennen mich, sie vertrauen mir, sie waren schon da. Wer das ignoriert, verzichtet auf Umsatz, den er bereits „im Haus“ hat. Aber gleichzeitig darf ich nicht nur auf diesen Weg setzen. Ich brauche professionelle Kampagnen, um auch den Selbstzahler-Markt aktiv zu erschließen. Genau dafür bieten wir bei ACISO Medical strategische Unterstützung, von Positionierung über Funnel bis zur Kampagnenausspielung auf Social Media oder lokal.

Welche Rolle spielt Digitalisierung dabei?

Eine entscheidende. Nicht, weil es „modern“ ist – sondern weil sie hilft, das Personal zu entlasten und Skalierung zu ermöglichen. Ob digitale Präventionskurse, automatisierte Leadprozesse, Terminerinnerungen oder eine vollumfassend automatisierte Customer Journey, all das sind Mittel, um Ressourcen zu sparen und gleichzeitig professioneller aufzutreten. Kombiniert mit intelligenter Hardware und natürlich kompetentem und empathischem Personal, entsteht ein Gesamterlebnis, das auch für Kunden überzeugend ist.

Was würden Sie also als wichtigste Erfolgsfaktoren für Medical Fitness 2026 nennen?

Ich sehe ganz klar fünf Punkte:

  • 1.Eine starke Marke mit klarer Positionierung als Gesundheitsanbieter,
  • 2.Strukturierte Vertriebs- und Beratungsprozesse, auch für das bestehende Patientenpotenzial,
  • 3.Geschultes, passendes Personal, mit klarer Rolle im Transferprozess,
  • 4.Digitale Unterstützung, um Prozesse zu automatisieren und die Qualität zu sichern,
  • 5. Investitionen in Sichtbarkeit und Kundenerlebnis, z.B. durch Kampagnen, Imagemedien wie eigene Gesundheitsmagazine, Kurse oder Equipment.

Wer das umsetzt, wird nicht nur wirtschaftlich erfolgreicher – sondern auch relevanter im Gesundheitssystem.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Patrick Schlenz


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