Training

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05.10.2022

Return to Sports

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In fünf Schritten zurück zu neuer Stärke

Nach einer Verletzung wollen die meisten Trainierenden so schnell wie möglich wieder trainieren wie zuvor. Doch oft müssen die Sportwissenschaftler im Studio erst einmal an die Geduld der Kunden appellieren.

In Deutschland ereignen sich neben kleineren Blessuren auch ca. zwei Mio. gravierendere Sportverletzungen im Jahr. Am häufigsten sind dabei die unteren Extremitäten (ca. 70%) betroffen, wobei das Kniegelenk, gefolgt vom oberen Sprunggelenk an erster Stelle der Statistik steht. Die Verletzungsart erstreckt sich dabei von Frakturen, über Kapselbandrupturen und Muskel-Sehnen-Verletzungen bis hin zu Knorpel- oder Meniskusschäden.

Die Ursachen lassen sich dabei grundsätzlich in zwei Gruppen aufteilen:

  • ››› Interne Faktoren, wie z.B. mangelnder Trainingszustand, falsche Technikausführung oder Ermüdung, bedeuten eine Überlastung des Körpers und führen langfristig zu Sportverletzungen.
  • ››› Externe Faktoren, wie z.B. Fremdeinwirkungen durch Foulspiel oder schlechte Rahmenbedingungen, wie Wetter, Bodenbelag oder Sportgerät, können schlagartig zu Sportverletzungen führen.

Während dabei die plötzlich und durch externe Faktoren ausgelöste Sportverletzung kaum hätte vermieden werden können, stellen die internen Faktoren hingegen Anknüpfungspunkte für das spätere Trainingsmanagement dar.

Die Leistungsfähigkeit zurückerlangen

Egal aus welcher Ursache heraus, für die Betroffenen geht mit einer Verletzung meist ein längerer Weg der Rekonvaleszenz einher. Denn selbst wenn der eigentliche Heilungsprozess abgeschlossen ist, kann man nicht direkt wieder die ursprüngliche Fähigkeit erwarten und zur vorherigen Belastungsintensität zurückkehren.

So gilt es auf physischer Ebene zunächst den Leistungsverlust in konditioneller und koordinativer Hinsicht stufenweise zu kompensieren, um so die Voraussetzungen für Bewegungssicherheit und Leistungsfähigkeit im weiteren Prozess zu erlangen. Denn Verletzungen der unteren Extremitäten und die anschließende medizinische Versorgung ziehen i.d.R. Defizite nach sich, die sich meist schon bei einfachen Gehbelastungen und am Gangbild beobachten lassen.

Hinzu kommt, dass – je nach Art der Verletzung – weitere anatomische Strukturen der Informationsverarbeitung gestört sind und erst wieder aktiviert werden müssen. Dabei handelt es sich um Propriorezeptoren – zum Beispiel Muskelspindel oder Golgi-Organ –, die als sensible Endorgane auf Zustand und Zustandsänderung des Bewegungs- und Stützapparates reagieren. Sie befinden sich in Sehnen, Muskeln oder Gelenkkapseln und geben Auskunft über Gelenkstellungen, Spannungszustände der Muskulatur oder entsprechende Bewegungsqualitäten.

Doch auch auf psychischer Ebene ist es wichtig, wieder stabil zu werden. So gehen mit einer Verletzung oft Ängste und Unsicherheiten einher und das Vertrauen des Sportlers in den eigenen Körper sowie die Leistungsfähigkeit verloren.

Mit dem Stufenmodell zurück zum Training

Um also im Anschluss an eine Verletzung die vollständige Genesung ohne zurückbleibende Bewegungs- oder Belastungseinschränkungen zu gewährleisten, ist ein auf die Verletzung abgestimmtes Rehabilitationsprogramm wichtig, welches nach einem bestimmten Stufenmodell ablaufen sollte.

Die Verweildauer in der jeweiligen Stufe ist dabei abhängig von der Schwere der Verletzung und kann von individuellen Faktoren sowie dem Heilungsprozess beeinflusst werden.

Fazit

Entscheidend für einen erfolgreichen Return to Sports sind dabei Geduld und das Vertrauen, dass die persönliche Belastungs- und Leistungsfähigkeit wiederhergestellt oder sogar zu einer neuen Stärke entwickelt werden kann. Hierzu mit entsprechenden Profis sowohl in der akuten Therapiephase (Stufen 1– 3), aber vor allem auch danach in der individuellen Aufbauphase (ab Stufe 4) zu arbeiten, ist der grundlegende Erfolgsfaktor.

Christian Kunert

Bild: © Shutterstock.com_2050206353


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