Ernährung & Gesundheit

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27.01.2023

Protein-Power für Frauen in der Menopause

Protein-Power für Frauen in der Menopause

Neue Studie zeigt Vorteile auf

Auch Frauen in der Menopause scheinen von Protein zu profitieren, haben Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in Köln nun herausgefunden

Die Rolle des Proteins für den Muskelaufbau und -erhalt ist bekannt. Aber Eiweiß kann noch weitere Effekte auf den Körper haben. Professor Dr. Dr. Patrick Diel von der Deutschen Sporthochschule Köln forscht mit seinem Team an diesem Thema. "Wir haben in meiner Arbeitsgruppe in einer Vielzahl von Studien die Effekte einer Proteingabe über Nahrungsmittel auf die körperliche Leitungsfähigkeit untersucht ", sagt der Wissenschaftler. "Hierbei zeigt sich deutlich, dass eine gezielte Zufuhr von Proteinen, auch über Nahrungsmittel, einen Einfluss auf den Muskelaufbau sowie auf die Muskelregeneration hat."

Dies ist nicht nur für Sportler von Relevanz. Auch im zunehmenden Alter geht man von einem erhöhten Proteinbedarf aus. "Die Proteinquelle muss dabei kein Supplement sein. Auch mit natürlichen Lebensmitteln lässt sich der Eiweißbedarf gut decken", so Diel. Die jüngste Studie des Wissenschaftlers und seines Teams legt nun nahe, dass Protein auch für Frauen in der Menopause wertvolle Vorteile bieten kann. Als Proteinquelle nutzte er unter anderem Sauermilchkäse.

Verbesserung des Trainingseffektes und der Regenerationsfähigkeit durch Protein

Vor allem Frauen haben in zunehmendem Alter mit Einschränkungen der Funktionsfähigkeit zu kämpfen, die von der WHO als Hauptkriterium für ein gesundes Altern beschrieben wird.(4) Dazu zählen u. a. Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Wesentlicher Grund für den geschlechterspezifischen Unterschied ist der Hormonhaushalt. Frauen durchlaufen in ihrem Leben starke Veränderungen in ihrem Hormonsystem, besonders einschneidend ist dabei der Eintritt in die Menopause.

Im Rahmen zweier Studien beschäftigten sich Professor Diel und sein Team aktuell mit den Effekten verschiedener Trainingsformen (Kraft vs. Ausdauer) auf die Muskelkraft und die Körperzusammensetzung postmenopausaler Frauen. In beiden Studien erhielten die Probandinnen neben einem Trainings- auch einen Ernährungsplan, der eine Proteinsupplementation als festen Bestandteil hatte. "Wir konnten bereits in der ersten Studie mit den postmenopausalen Frauen einen zusätzlichen Effekt der Proteinsupplementation feststellen", erklärt Professor Diel. "In der zweiten Studie haben wir den Proteingehalt und die Trainingsintensität noch einmal deutlich erhöht und konnten die Ergebnisse unserer ersten Beobachtungen bestätigen."

Rund 2 Gramm Protein nahmen die Probandinnen bei der zweiten Studie je Kilogramm fettfreier Körpermasse zu sich, unter anderem in Form von Sauermilchkäse. In Kombination mit einem intensiven Langhanteltraining stellten die Wissenschaftler einen erheblichen Kraftzuwachs fest. Auch die Körperzusammensetzung wurde positiv beeinflusst. So wurde der Körperfettanteil verringert, der Muskelanteil erhöht. "Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass ältere Menschen einen erhöhten Proteinbedarf haben", so der Wissenschaftler. "Nach unseren neuesten Ergebnissen empfehlen wir auch Frauen in und nach der Menopause, ihre Proteinzufuhr deutlich zu erhöhen, da, wie unsere Erhebungen gezeigt haben, offensichtlich viele durch ihre normale Ernährungsweise unterversorgt sind."

Die Studien: 

V 4-2 Kombinatorischer Einfluss eines 3-monatigen Trainings und nutrativer Protein-Kohlenhydratgabe auf die Körperzusammensetzung und den Fettstoffwechsel der postmenopausalen Frau, Katharina Brück, Ulrich Flenker, Tihomir Kostov, Patrick Diel, Abteilung molekulare u. zelluläre Sportmedizin, Institut für Kreislaufforschung u. Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln, Köln. S 14 Proc. Germ. Nutr. Soc., Vol. 28 (2022)

P18 Kombinatorischer Einfluss von Training und nutrativer Protein-Kohlenhydratgabe nach Training auf die Regeneration und Kraftfähigkeit von postmenopausalen Frauen, alten Menschen und COPD Patienten P. Diel1 , U. Flenker1 , T. Kostov1 , G. Kieward, A. Huhn1, K. Brück1 1 Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Abt. Molekulare und zelluläre Sportmedizin, Köln, Deutschland


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