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03.06.2024

„Der Hub deckt ein uraltes Bedürfnis unserer Therapiekunden ab“

„Der Hub deckt ein uraltes Bedürfnis unserer Therapiekunden ab“

Interview mit Jan Urfer, CEO Sensopro

Im Rahmen seines Sportstudiums erfand Kaspar Schmocker zusammen mit seinem Onkel Felix im Jahr 2008 den Sensopro. Der Leitgedanke war damals, einen Koordinationstrainer zu entwickeln, von dem möglichst viele Menschen profitieren können. 16 Jahre später ist der Sensopro fest in der Trainings- und Therapiewelt verankert und wurde bereits über 2.500 mal verkauft. Wir sprachen mit CEO Jan Urfer über die Anfänge, die breite Zielgruppe und die neueste Innovation, den Hub.

TT-DIGI: Lieber Jan, der Sensopro ist eine echte Erfolgsgeschichte. Was war dafür entscheidend?

Jan Urfer: Der Markt hat Ende der 0er Jahre – wie auch heute noch – viele tolle Kleinprodukte gekannt, die gerade in der Therapie rege im sensomotorischen und propriozeptiven Training eingesetzt wurden (daher kommt auch der Name). Nach vielen Gesprächen mit Physios und Fitnesscoaches wurde uns jedoch klar, dass ein neues Produkt intuitiver in der Anwendung sein muss. Wir glauben, dass wir mit dem videogeleiteten Training eine gute Lösung dafür gefunden haben. Weiter sollte das Produkt etwas Neuartiges sein, was mit der Erscheinung und dem ungleich höheren Preis zu den Kleinprodukten – mehr oder weniger gewollt – gelungen ist. Und, ganz wichtig, das Training sollte Spaß machen. Die federnden Bänder sind die ideale Grundlage dafür.

In welchen Bereichen kommt das Gerät überall zum Einsatz?

Unsere Hauptzielgruppen sind Fitness, Physio und Reha. Also dort, wo Menschen sich bewegen wollen oder aufgrund einer Therapie bewegen müssen. Wir haben zudem Kunden in den Bereichen Sportclubs (Manchester City), Hotels, Firmenfitness und auch im Homebereich. Gibt es hinsichtlich des Einsatzes einen Schwerpunkt? Je nach Zielgruppe ist der Einsatz unterschiedlich. Das neuromuskuläre Training, also die Aktivierung und Koordination von Muskelketten, kann in vielen Bereichen effizient ein - gesetzt werden.

Im Fitnesstraining hat sich Sensopro vielerorts als Aufwärmstation etabliert. Viele nutzen das Training aber auch zum Auspowern oder als Abschlussreiz nach einem kompletten Training im Center. In der Therapie ist der Einsatz spezifischer je nach Diagnose und Ziel der Behandlung. Von der einfachen Schulung der Muskelansteuerung nach einer OP oder einer Verletzung bis hin zu komplexen Koordinations- und Stabilitätseinheiten ist fast alles möglich.

In wie vielen Ländern gibt es Sensopro?

Wenn man auf die Karte auf unserer Website blickt, in ganz schön vielen (lächelt). Lange war der Heimmarkt Schweiz das Zugpferd. Der Fokus liegt aber auf Europa. Deutschland, Österreich, Schweden und die Niederlande genießen heute die gleich hohe Priorität. Seit 2023 sind wir mit eigenen Niederlassungen in Schweden und den Niederlanden aktiv. Aus diesen Standorten sollen sich in den nächs - ten Jahren die Regionen Nordics und Benelux entwickeln. Zudem haben wir einen Vertriebs - partner für China. Unsere Expansions - strategie schielt demnächst auch in Richtung USA. Wann wir diesen Schritt angehen, steht heute aber noch nicht fest.

In Deutschland wird der Sensopro von crosscorpo vertrieben. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Crosscorpo ist unser Distributor für Deutschland seit 2016. Der Inhaber Dirk Metzner hatte damals unseren Auftritt in der TV-Show „die Höhle der Löwen“ gesehen und uns kontaktiert. Die Zusammenarbeit hat sich über die Jahre sehr gut entwickelt. Insbesondere in der Therapie verfügt crosscorpo über langjährige Erfahrung und einen großen Kundenstamm. Gemeinsam fokussieren wir uns seit ein paar Jahren nun auch mehr auf den Fitnessmarkt. Dank crosscorpo konnten wir unsere Marke auch in Deutschland gut positionieren. Das jährliche Highlight unserer Zusammenarbeit ist der große FIBOStand und die gemeinsame Zeit in Köln.

Kürzlich habt ihr mit dem Hub eine Innovation vorgestellt. Was ist die Idee dahinter?

v. l.: Jan Urfer (CEO), Silvan Bolliger (Leiter SW Entwicklung), Sarah Klopfen - stein (Product Ownerin Hub), Marco Hänni (Projektleiter IT & Prozesse) und Julian Reist (Release Manager)Seit den Anfängen gab es immer wieder die Nachfrage nach einer Möglichkeit für individuelle Trainings - programme. Der Hub kann dieses Bedürfnis nun decken. Wie beim Video bildschirm am Gerät haben wir auch beim Hub versucht, die Bedienung einfach und effizient zu gestalten. So bleibt den Physios mehr Zeit für die persönliche Betreuung ihrer Kundschaft. Was kann der Hub? Der Hub ermöglicht eine effiziente Therapie- und Trainingssteuerung für den Einsatz der Sensopro Luna. Die Erfassung der Kunden geht blitzschnell, bereits nach 10 Sekunden können die Physios und Coaches mit der Planung beginnen.

Bei der Planung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann beispielsweise nur die Standardprogramme auswählen, diese gegebenenfalls anpassen und die Feedbackschlaufe nutzen. Oder aber man stellt ein persönliches Programm aus über 300 Übungen spezifisch auf den Kunden abgestimmt zusammen. Persönlich gefallen mir die Vorlagen am besten: Physios und Coaches können sich für unterschiedliche Diagnosen und Trainingsziele Vorlagen aus der Bibliothek erstellen und diese dann für mehrere Kunden anwenden oder nochmals individuell anpassen.

Wie war das Feedback auf den Hub auf der FIBO 24?

Insgesamt war das Feedback positiv. Dass Physios die Lösung spannend finden, war aufgrund der Feedbacks der vorigen Jahre zu erwarten. Wann und wie wir den Hub in Fitnesscenter bringen, werden wir sehen. Im Zuge der Digitalisierung wird es sich zeigen, welche Schnittstellenlösungen noch nötig sind, damit der Hub auch hier zum Einsatz kommt.

Gibt es weitere Produktideen oder Innovationen?

Wir arbeiten seit einiger Zeit an einem Sensorsystem, um den Trainierenden eine Rückmeldung über ihre Bewegungen auf unseren Tapes zu geben. Dieses möchten wir noch diesen Herbst vorstellen. Damit würden wir ein zweites, langjähriges Bedürfnis unserer Kunden decken.

Zudem arbeitet ein kleines Team in der Schweiz an neuen Produkten für neue Zielgruppen. Ganz im Sinne unserer Vision, so viele Menschen wie möglich in Bewegung zu bringen, testen wir neue Konzepte für das Büro, die Schule und das Training zu Hause. Es gibt noch so viele Lebensbereiche, in denen wir uns zu wenig bewegen und hier möchten wir mit unseren Produkten einen positiven Beitrag leisten.

Vielen Dank für das Interview. Wir sind gespannt!

Das Interview führte Philipp Hambloch.


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