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22.12.2025

Besser verkaufen mit den richtigen Prompts

Besser verkaufen mit den richtigen Prompts

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Warum der Vertrieb auf KI-Unterstützung setzen sollte

Zahlreiche Verkäufer schieben das Thema KI noch vor sich her. Manche lassen vielleicht einige ausgehende Mails etwas überarbeiten, sodass diese für den Empfänger besser klingen. Aber die KI nutzen, um wirklich besser zu verkaufen? Darüber haben sich nur die wenigsten wirklich Gedanken gemacht – und verschenken enorm viel Potenzial. Denn wer sie – die KI – richtig nutzt, arbeitet nicht nur produktiver, sondern erhöht seine Verkaufschancen dramatisch.

Warum gutes Prompten gutes Verkaufen ist

Prompten im Vertrieb heißt nicht, ChatGPT irgendwelche Texte schreiben zu lassen. Es heißt, die KI zu nutzen, um klarer zu denken. Wer gute Prompts schreibt, trainiert seinen Verstand. Er merkt, wo er unklar ist. Er merkt, wo Argumente hängen. Und genau da liegt der Wert. Ein erfahrener Verkäufer weiß: Die Qualität der Fragen bestimmt die Qualität der Antworten. Prompting ist nichts anderes. Nur digital. ChatGPT ist kein Ersatz für Erfahrung, sondern ein Sparringspartner. Einer, der nie müde wird, mitzudenken.

Und ja, manchmal irritiert die KI, weil sie halluziniert. Aber das ist gut so. Sie zwingt zum Sortieren. Zum Überlegen. Zum präziseren Formulieren. Und das tut jedem Verkäufer gut. Denn nur wer eigene Klarheit hat, kann auch überzeugend verkaufen.

Drei Fehler beim Einsatz von KI im Vertrieb

1. KI-Texte ungeprüft verschicken

Sowas kommt leider oft vor. Verkäufer lassen sich von ChatGPT etwas schreiben, schicken es direkt weiter – und wundern sich, dass der Kunde denkt: „Moment, das klingt doch generisch.“ Klar, Kunden merken das – oft unbewusst. Darum muss jedes Ergebnis immer gegengelesen und vom Verkäufer veredelt werden.

2. Prompting als Abkürzung missverstehen

Prompten ist kein Trick, um schneller fertig zu werden. Es ist ein Werkzeug, um feiner und zugleich schärfer zu denken. Wer nach dem ersten Output zufrieden ist, hat KI nicht verstanden. Die Stärke steckt im Nachfragen, im Feilen und im Dialog mit der KI. Und alleine durch dieses Beschäftigen mit den Inhalten wird man selbst immer besser, weil man das Thema immer genauer durchdringt.

3. Ohne Kontext fragen

Wer der KI nichts über Produkt, Zielgruppe oder Situation erzählt, bekommt Standardantworten. Doch gerade im Vertrieb und Verkauf funktioniert Standardisierung nicht – hier ist Individualität gefragt. Denn auch in Zeiten von KI kaufen Menschen von Menschen und wollen Gefühle von Vertrauen, Sicherheit und Empathie. Ob jemand Software an Ingenieure verkauft oder Maschinen an Handwerker, das ist ein großer Unterschied. Genau diesen Kontext muss die KI erfahren, um dem Nutzer gute bis sehr gute Antworten überhaupt geben zu können.

Wie gutes Prompten im Vertrieb aussieht

Ein brauchbarer Prompt ist kein Satz, sondern eine kleine Geschichte. Er beschreibt das Ziel, die Situation, den Stil und fordert konkrete Ergebnisse. Hilfreiche Faustregeln:

  • ❯ Sagen Sie klar, was Sie wollen.
  • ❯ Geben Sie der KI eine Rolle, zum Beispiel: „Du bist mein Vertriebstrainer.“
  • ❯ Erklären Sie, wer Ihr Kunde ist und was Sie verkaufen.
  • ❯ Legen Sie fest, in welchem Ton die KI antworten soll.
  • ❯ Bitten Sie um Varianten und Begründungen.

Ein Beispiel, das den Unterschied zeigt

So klingt ein typischer Fehlstart beim Prompten: „Was sage ich auf ‚zu teuer‘?“ Dieser Prompt ist zu allgemein und provoziert austauschbare Antworten der KI. Ein besserer Prompt hingegen wäre: „Du bist ein erfahrener Verkaufstrainer im B2B-Vertrieb. Ich verkaufe Maschinen an Handwerksbetriebe. Ein Kunde sagt: „Das ist mir zu teuer.“ Gib mir fünf ehrliche, praxisnahe Antworten ohne Floskeln. Erkläre, wann jede passt und warum sie funktioniert. Sprich mich direkt mit ‚du‘ an.“
 
Auch wenn es aufwändiger ist, konkrete Prompts zu schreiben, ist das Ergebnis deutlich besser und nur so in der Verkaufspraxis wirklich nutzbar. Außerdem: Prompten im Vertrieb ist keine Modeerscheinung! Es ist ein bleibendes, sich durch (neue) Tools stetig wandelndes Werkzeug, das Verkäufer besser macht. Wer damit arbeitet, wird klarer, schneller, überzeugender. Wird deswegen die KI den Verkäufer ersetzen? Nun, für einfache Dinge durchaus. Aber KI ersetzt keine Persönlichkeit, Erfahrung oder Empathie. KI erweitert den Blick. Sie hilft, Gedanken zu sortieren, Argumente zu verfeinern und mehr aus Kundengesprächen herauszuholen. Darum: Beschäftigen Sie sich mit KI – und zwar spätestens ab heute und nicht irgendwann.
 
Oliver Schumacher

Der Verkaufstrainer Oliver Schumacher setzt auf sympathische und fundierte Art neue Akzente in der Verkäuferausbildung. Unter dem Motto „Ehrlichkeit verkauft“ zeigt er Verkäufern, Unternehmern und Selbstständigen, wie sie mit KI souverän neue Kunden gewinnen, Kaltakquise erfolgreich meistern und fair behaupten.
 
https://oliver-schumacher.de/

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