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13.10.2022

Den Wärmeschutz der Fenster optimieren

Den Wärmeschutz der Fenster optimieren

ENERGIESPARPOTENTIALE bei Fenstern und Rollläden

Isolierverglasung, 3-fach-Verglasung oder Wärmeschutzbeschichtung: Auch moderne Fenster leisten ihren Beitrag zur optimierten Wärmedämmung. Armin Hilzinger gibt einen Überblick, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Moderne Isolierverglasungen Moderne Isolierverglasungen verfügen über einen Randverbund aus Kunststoff, die sogenannte „warme Kante“. Im Vergleich zu Lösungen mit dem Isolator Aluminium wird die Wärmedämmung des Fensters um 10% verbessert. Bei Verwendung eines Aluminiumabstandhalters reichen die kalten Bereiche (blau dargestellt) 10-15 cm ins Scheibeninnere.

Das verursacht nicht nur höhere Heizkosten, sondern auch Kondensat im Scheibenrandbereich und Konvektion (Zugerscheinungen) aufgrund der Temperaturunterschiede. Der Kunststoffabstandhalter hingegen bringt eine gleichmäßig warme Kante und somit eine warme Oberflächentemperatur.

2-fach-Verglasung oder 3-fach-Verglasung?

Wenn Hausbesitzer sich zum Austausch der Fenster entscheiden, muss die Frage beantwortet werden, ob sich eher eine 2-fach- oder 3-fach-Verglasung lohnt. Eine 2-fach-Verglasung (Stärke 24 – 28 mm) mit einer zum Scheibenzwischenraum hin beschichteten Scheibe bringt einen Ug-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von 1,1 W/m²K, eine Lichttransmission von circa 83 Prozent und einen g-Wert (Energiegewinn) von bis zu 65%. 3-fach-Verglasungen mit einer Stärke von 36 – 40 mm bieten eine noch bessere Wärmedämmung mit einem Ug-Wert von 0,6 oder 0,7 W/m²K, einer Lichttransmission von ca. 71% und g-Werten von 50 Prozent bis 62 Prozent

Zudem erhöhen sich die raumseitigen Oberflächentemperaturen bei einer 3-fach-Verglasung bei –5 °C Außenlufttemperatur und 20 °C Raumlufttemperatur gegenüber einer 2-fach-Verglasung von 16 °C auf 18/19 °C. Das bringt mehr Wohnkomfort, reduziert die Kondensatbildung im Randbereich der Verglasung sowie Konvektion (Zugerscheinungen) in Scheibennähe.

Sonne- und Wärmeschutzbeschichtung

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Funktionsgläsern wie zum Beispiel Schallschutz-, Sicherheits, Sonnenschutzverglasungen sowie Gläser mit Sprossen und Ornamentglas. Die Sonnenschutzbeschichtung ist auf der Außenscheibe innenseitig aufgetragen. Sie sorgt dafür, dass die UV-Strahlungen der Sonne weitestgehend reflektiert werden. Somit wird die Transmission reduziert und die Wärmestrahlung der Sonne wird am Eindringen gehindert. Die Wärmeschutzbeschichtung ist auf der Innenscheibe innenseitig aufgetragen. Hierdurch wird die Wärmestrahlung in den Raum zurück reflektiert und die Wärme bleibt im Rauminneren.

Rollladen & Raffstore

Die sommerliche Wärmestrahlung stellt ein immer größer werdendes Problem dar. In den Sommermonaten werden die Räume enorm aufgeheizt, ähnliche wie in einem Gewächshaus. Innere Beschattungen durch Plissees haben nur eine geringe Wirkung, da die Wärme dann bereits im Rauminneren ist. Abhilfe schaffen hier außenliegende Rollladen und Raffstores. Geschlossene Rollläden verhindern durch Beschattung das Eindringen der Wärme durch die Sonne. Allerdings entsteht durch hohe Temperaturen von >35 ° Celsius in Verbindung mit den Sonnenstrahlen eine sehr heiße Oberflächentemperatur. Aus diesem Grund sind formstabile und hitzebeständige Rollläden aus Aluminium besser geeignet, um sommerliche Wärmeeinstrahlung zu minimieren.

Bei Rollläden aus Kunststoff besteht das Risiko der Verformung. Raffstore erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da bei der Beschattung, durch das schrägstellen der Lamellen, immer noch Tageslicht ins Rauminnere gelangt. Sie bestehen grundsätzlich aus Stranggepressten Aluminiumprofilen und sind somit bestens geeignet für den sommerlichen Wärmeschutz.

Unterschiede zwischen Austausch und Neubau

Rein optisch sind Unterschiede zwischen Austausch und Neubau später nicht feststellbar. Dank der fachgerechten Demontage bleiben Tapete und Putz weitestgehend intakt. Das ausgetauschte Fenster ist in der Regel ca. 2 cm kleiner als das ursprüngliche, da man sonst nicht in die Laibung kommt. Die Wandanschlussfuge kann man mit Leisten kaschieren oder neu verputzen lassen. Für die Renovierung eignen sich Fenstersysteme mit einer Bautiefe von 76 mm. Im Neubau jedoch kann man auch zu stärkeren Bautiefen greifen, da hier der Wandanschlag und Einbautiefe frei Wählbar sind. Fenster mit einer stärkeren Bautiefe erreichen tendenziell eine höhere Dämmleistung und können komplexere und schwerere, breitere Verglasungen besser aufnehmen.

RAL-Gütezeichen & Förderung

Grundsätzlich sollte beim Um- oder Neubau auf das RAL-Gütezeichen geachtet werden. Dies gibt es zum einen für die Herstellung der Fenster als wie auch für die Montage. Dies sichert eine fachgerechte Leistung nach dem aktuellen Stand der Technik. Fachfirmen bieten zusätzlich auch eine Beratung hinsichtlich der aktuell geltenden Förderprogrammen an.

Armin Hilzinger

Den vollständigen Artikel finden Sie in der TT-DIGI 05/22.

Bild: © Shutterstock.com_515919028


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